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    Mit Geduld und Fingerspitzengefühl auch dicke Bretter bohren

    Zufriedener Rückblick des scheidenden Vorsitzenden des Kreisseniorenrates Heinz Weber

    Mit 72 Jahren nimmt sich Heinz Weber das Recht heraus künftig kürzer zu treten. Klingt verständlich. Allein vom Alter her. Das ist jedoch nicht der Grund. „Ich trenne mich von einigen Ehrenämtern. Das tue ich aus freien Stücken, ich will das so“, meint der Fellbacher und fügt an: „Warum ich das tue, dafür bin ich niemandem Rechenschaft schuldig.“ Beispielsweise wird er nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden beim Kreisseniorenrat kandidieren. Die Abgabe anderer Ehrenämter folgt. 

    Von wegen verbraucht oder müde. Fit ist er, der Heinz Weber. Gedankenschnell. Ihm kann niemand auf Dauer etwas vormachen oder einreden. Er kennt das Geschäft im Ehrenamt, weil schon lange dabei. Der Fellbacher setzt auf Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Kompromisse statt Konfrontation ist seine Devise. Immer im Dialog bleiben. Nachgeben ja, aufgeben nein. Beispielsweise beim Thema Alterskrankheit und Krankenhaus in Winnenden. Eine separate Geriatrie-Abteilung war versprochen und geplant. Die wurde jedoch nicht realisiert, nicht immer aus nachvollziehbaren Gründen. Nun gibt’s doch so etwas wie eine eigene Geriatrie, die Betten sind allerdings nicht an einem Ort untergebracht. Eine Lösung, die dem (noch) Vorsitzenden des Kreisseniorenrates nicht gefällt: „Das braucht wohl noch Zeit.“ – Er weiß, dass in diesem Punkt noch ein dickes Brett zu bohren ist. Nicht nur in diesem Fall.

    Gedankenschnell und hartnäckig in der Sache: Der Fellbacher Heinz Weber.
    Gedankenschnell und hartnäckig in der Sache: Der Fellbacher Heinz Weber.

    Beharrlichkeit, Stehvermögen und Zuverlässigkeit zeichnen den ehemaligen Maschinenbautechniker aus, der nach einigen wilden (Jugend-)Jahren („ich hatte in kurzer Zeit fast zehn Stellen durch“) bei der Firma Kärcher in Winnenden seine berufliche Heimat fand. 25 Jahre blieb er dort, entwickelt beispielsweise den Hochdruckreiniger HD555. Der gebürtige Egerländer brauchte Zeit zum Reifen. Das hat der zweifache Familienvater, der seit 49 Jahren mit seiner Ehefrau Heidi verheiratet ist, bis heute nicht vergessen. Junge Menschen müssen sich entwickeln. Er hat ihnen als Jugendtrainer beim Fußball diese Möglichkeit eingeräumt. Weber war als D-Jugendcoach beim VfB Stuttgart, als Ralf Rangnick sich dort erste Meriten erwarb. Fußball, das ist sein Ding. Selbst gekickt, dann Übungsleiter im Jugend- und Aktivenbereich. Sogar den A-Schein als Trainer hat er gemacht und für die Zeitung Sportberichte geschrieben. Seit 34 Jahren ist der Fellbacher im Fußball-Bezirk Rems-Murr als Referent für Öffentlichkeitsarbeit eine Institution. 

    Heinz Weber war Vorsitzender vom Kirchenchor und noch heute Sprecher des Kärcher-Chores. Er singt begeistert in vier Chören. Weber als Gütesiegel. Im Kreisseniorenrat Rems-Murr stieg er 2004 als Schriftführer ein. Nur ein Jahr später wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisseniorenrates gewählt. Seit 2009 lenkt er als erster Vorsitzender die Geschicke des Kreisseniorenrates Rems-Murr. – Das sind längst noch nicht alle Ehrenämter.

    Im Gespräch ist ihm die ganze Aufzählung von Posten peinlich. Auf Nachfragen versucht er sich möglichst herauszuwinden („alles gar nicht so wichtig“). Wichtiger ist ihm die Frage des Antriebes. Die beantwortet er prompt: „Menschen zu helfen.“ Im Sport ist die Jugend dabei, bei den Chören sind Jung und Alt gemischt. Trotz seines persönlichen Engagements ist Heinz Weber kein Einzelkämpfer: „Mein Glück war, dass ich immer mit erfahrenen und motivierten Leuten zusammengearbeitet habe und das auch jetzt noch tue. Nur wenn alle an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen können wir gemeinsam etwas erreichen.“ 

    Wie in der Seniorenarbeit. Der Rems-Murr-Kreis stellt mit die meisten Orts- oder Stadtseniorenräte im Land, ist in fast allen Kommunen vertreten. 2008 fand in Schorndorf die erste Seniorenmesse statt. „Toll wäre es, wenn regelmäßig alle zwei Jahre in jeweils verschiedenen Orten im Kreis eine solche Messe ausgerichtet würde“, meint dazu Weber: „Für mich wichtig ist, dass der Kreisseniorenrat von der Politik und den Verwaltungen als offizielles Sprachrohr der Senioren anerkannt wird, wir zu verschiedenen Ausschüssen der Kreisverwaltung eingeladen werden und Gehör finden. Bei den Fraktionen und dem Landrat.“ Mit Stolz verweist er auf das attraktive jUHU-Magazin, dem offiziellen Bekanntmachungsorgan des Kreisseniorenrates, unter der Verantwortung des Herausgebers und stellvertretenden Vorsitzenden des KSR Roland Schlichenmaier. Das Magazin hat sich im Land mittlerweile einen bekannten Namen erworben: „Viele andere Kreisseniorenräte beneiden uns darum.“ 

    Effektivität, beispielsweise beim barrierefreien Wohnen, das Gütesiegel „Seniorenfreundlicher Service“ bei Geschäftsleuten, Sportparcours für Senioren, die verschiedensten Gesundheitsangebote, die Theaterstücke zu den Themen „Oma ich brauche Geld“ oder der „ungebetene Gast“, die vor Trickbetrügern warnen, der Öffentliche Nahverkehr, die VVS-Planungen bis zum Ticket am Automaten, – nur ein kleiner Auszug wichtiger Arbeitsfelder. „Der Kreisseniorenrat kann dies nicht im Alleingang schaffen. Wir brauchen und bekommen zum Teil Unterstützung. Ob von Kommunen, der Politik, dem Landkreis, verschiedenen Organisationen, der Polizei, den Geschäftsleuten oder Sponsoren, - vielfältige Zuwendung wird gebraucht“, weiß Heinz Weber und fügt gleich an: „Und von allem können wir mehr gebrauchen.“ 

    Am Kreispflegeplan „Älterwerden im Rems-Murr-Kreis“ hat der Kreisseniorenrat offiziell und viel mitgearbeitet. Ärztliche Versorgung, Geschäfte oder Verkehrsanbindung im ländlichen Raum sind ebenso Dauerthemen wie bezahlbarer Wohnraum für ältere Menschen. – Die Aufgaben werden mehr, werden vielfältiger. Für den Fellbacher nichts Neues, das Spiel ist bekannt: Herausforderungen wurden bewältigt, andere Probleme folgen. 

    Trotzdem hört Heinz Weber als Vorsitzender des Kreisseniorenrates auf. Es gibt keinen Grund. Doch es reicht. Es ist genug. „Warum ich das tue, dafür bin ich niemandem Rechenschaft schuldig“, meint der 72-Jährige. – Allein das hat Respekt verdient. 

    Jürgen Klein 

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    Kommentare: 1
    • #1

      Stella David. (Mittwoch, 23 August 2017 00:11)

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