Schriftgröße A+ A-

    Steuern sparen im Alter

    Steuertipp von Bettina Filipiak

    Wenn Menschen in den Ruhestand gehen, steht ihnen meist weniger Geld zur Verfügung – trotzdem zahlen Rentner und Pensionäre immer mehr Steuern. Der Steuerring zeigt, wie Sie alters- bzw. krankheitsbedingte Aufwendungen in der Steuererklärung ansetzen können, um Ihre Rente oder Pension nicht unnötig zu belasten.

     

    Krankheitskosten

    Typische Krankheitskosten sind z. B. Ausgaben für:

    • Medikamente, 
    • Physiotherapie, 
    • Arzt- und Heilpraktikerbesuche sowie
    • Kur- und Krankenhausaufenthalte. 

    Diese Aufwendungen können Sie als „außergewöhnliche Belastungen“ in der Steuererklärung angeben. Als Beleg dienen Rezepte, ärztliche Atteste oder Verordnungen eines Heilpraktikers. Bitte beachten Sie dabei: Mögliche Kostenerstattungen von Versicherungen o. ä. mindern den abzugsfähigen Betrag.

     

    Pflegekosten

    Pflegekosten zählen auch zu den außergewöhnlichen Belastungen – allerdings nur, wenn sie krankheitsbedingt entstehen. Zu den Pflegekosten gehören Aufwendungen für die Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft bzw. eines Pflegedienstes oder eine Heimunterbringung. Sie sollten Bescheinigungen der Pflegekasse, ein ärztliches Attest oder einen Schwerbehindertenausweis als Nachweis einreichen.

    Achtung: Bei außergewöhnlichen Belastungen kürzt das Finanzamt den angesetzten Betrag stets um die „zumutbare Belastung“. Diese richtet sich nach dem Einkommen und Familienstand. 

    Anstelle gesonderte Kosten als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung anzusetzen, können Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen jährlich Pauschbeträge für behinderte Menschen oder Pflegepauschbeträge beanspruchen. Die Höhe des Pauschbetrags für behinderte Menschen richtet sich nach dem Grad der Behinderung. Wer eine Person mit der Pflegestufe 3 oder einem H (hilflos) im Schwerbehindertenausweis unentgeltlich pflegt, kann einen Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro beanspruchen.

     

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    Sie können die Kosten für sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Typische Hausarbeiten wie Waschen, Putzen, Kochen oder Gärtnern, aber auch Pflege- und Betreuungsleistungen werden hier für Sie übernommen. Die Dienstleistungen sind mit 20 Prozent, aber höchstens 4.000 Euro begünstigt. Erhaltene Rechnungen und die jeweiligen Zahlungsbelege (Kontoauszüge) reichen Sie mit Ihrer Steuererklärung ein. Voraussetzung für den Steuerabzug: Die haushaltsnahen Dienstleistungen einschließlich Pflegeleistungen müssen in Ihrem Haushalt erbracht werden. 

     

    Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

    Unter ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis fallen die bereits oben genannten Tätigkeiten. Allerdings arbeitet die angestellte Person auf geringfügiger Basis – sie macht also einen 450-Euro-Mini-Job. Auf Antrag berücksichtigt das Finanzamt 20 Prozent der Ausgaben, aber höchstens 510 Euro.

    Wenn Angehörige für die Kosten aufkommen, steht auch ihnen eine Steuerermäßigung zu. Die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Beschäftigungsverhältnisse sind allerdings nur dann begünstigt, wenn sie nicht schon als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt wurden.

    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0