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    »Nicht die Musik verändert sich per se, sondern die Menschen, die sie machen«

    Interview mit Paul Vincent zum Projekt mit Gitze und Band „Schwabenrock – Die Zweite“

    @ Gitze und Paul Vincent
    Paul Vincent und Gitze

    Rückblick einer Pressemitteilung: „Es ist der 9. November 2013 gegen Mitternacht, das Release-Konzert des Live-Doppel-CD-Mediabooks „Danke, mir geht’s gut…“ ist zu Ende. Paul Vincent, Sänger Günter „Gitze“ Deyhle und die anderen Mitstreiter sitzen zusammen. Da fällt jener legendäre Satz, der meist das Ende einer Kooperation, so sie denn je stattgefunden hat, verkündet: „Wir sollten unbedingt mal wieder etwas zusammen machen.“ In diesem Fall jedoch ist Skepsis fehl am Platz. Es sollte anders kommen. Paul Vincent weiß, wem er was sagt. Folgerichtig liegt nun ein Studio-Album vor.“

    Auf dem neuen Album „Schwabenrock – Die Zweite“ präsentiert Gitze, wohnhaft auf dem Kulturbuckel in Großhöchberg bei Spielgelberg, erneut Rock aus Schwaben mit weiteren 15 Titeln von Wolle Kriwanek und Paul Vincent, die vor bis zu 40 Jahren bereits veröffentlicht worden sind. Ein Grund für Paul Vincent, sich diesen, seinen Titeln noch einmal neu zu nähern, ist die Lust, die Klangfarbe der Songs seinen heutigen Empfindungen anzupassen. Die jUHU-Redaktion sprach mit dem heute 64-Jährigen Vollblutgitarrist über die Musik und das Projekt „Schwabenrock – Die Zweite“.


    Ist der Schwabenrock mit Gitze eine Wiederauferstehung von Wolle Kriwanek?

    Nein, Wolle war Wolle und Gitze ist Gitze. Beide sind Unikate und auch als Künstler zudem sehr unterschiedlich. Es gibt aber durch Gitze eine Wiederauferstehung der Lieder, die Wolle und ich im Lauf von 28 Jahren gemeinsam geschrieben haben. Da es nach Wolles Tod sehr, sehr ruhig in den Medien und in der regionalen Live-Musik um unsere Songs geworden war, fand ich es natürlich großartig, dass Gitze und seine Band sich ihrer nun dauerhaft angenommen haben. Mal ehrlich: Welcher Komponist wäre nicht glücklich, wenn er nach all den Jahren der Nichtbeachtung seiner Kleinode erfährt, dass seine Songs durch Musiker-Kollegen am Leben erhalten werden?


    Was hat sich in der Zeit beim Schwabenrock geändert?

    Schon während Wolles und meiner gemeinsamen Zeit von immerhin 28 Jahren hat sich der Schwabenrock gewaltig verändert, man vergleiche nur einmal die ersten Werke aus den Siebziger Jahren mit denen, die wir noch 2003 veröffentlicht haben. Nicht die Musik verändert sich per se, sondern die Menschen, die sie machen. Ein Lied wie z.B. „Morgasonn“, in dem Wolle (und auch ich) den Tod von geliebten Menschen verarbeitet haben, wäre zu Zeiten des unbeschwerten „Badwanna Blues“ sicher nicht entstanden.

     

    Was ist der Antrieb für einen Paul Vincent sich diesem Projekt zu stellen?

    Nun, ich stelle mich nicht diesem Projekt, sondern ich habe es initiiert. Nachdem ich anlässlich von Wolles zehnten Todestags mit Gitze und seiner Band musiziert hatte, fühlte ich, dass es möglich ist, auch noch andere verborgene Schätze aus unserem wirklich umfangreichen Oeuvre wieder zu beleben. Gesagt – getan, so ist „Schwabenrock – Die Zweite“ entstanden.


    Wo liegt der Unterschied zwischen der ersten CD „Danke, mir geht’s gut…“ und dem neuen Tonträger „Schwabenrock – Die Zweite“?

    Die erste CD ist das Abbild des Memorial-Konzerts vom 20. April des vergangenen Jahres, eine Live-Aufnahme. Die neue CD ist eine reine Studioproduktion, bei der ich Liedern, die Gitze und mir besonders am Herzen lagen, ein neues und zeitgemäßes Arrangement und Klangbild geben wollte. Man muss bedenken, dass ganz viele von Wolles und meinen Songs nur auf Vinyl und nie auf CD erschienen sind. Und selbst wenn einige wenige es auf CD-Compilations geschafft haben, so haben sich die Verantwortlichen bei unseren ehemaligen Schallplatten-Labels nie die Mühe gemacht, ein ordentliches Remastering der teilweise recht alten Aufnahmen zu veranlassen. Sie sehen, es gab vielerlei Gründe, „Schwabenrock – Die Zweite“ ins Leben zu rufen.


    Was zieht einen Paul Vincent mit 64 Jahren noch immer ins Studio oder auf die Bühne?

    Erstens: So alt bin ich nicht, denn ich feiere seit vielen Jahren immer wieder mit Erfolg meinen 59. Geburtstag, das hält jung, glauben Sie mir!

    Zweitens: Wenn ich im Studio oder live Musik mache, bin ich höchstens Mitte 20. Da steht die Zeit auf wundersame Weise still, es ist für mich eine ganz intensive Meditation, da bin ich im Tao. Außerdem habe ich in meinem ganzen Leben immer nur Musik gemacht, warum sollte ich damit aufhören? Es ist eine Berufung, kein Beruf!


    Wie ist die Beziehung heute zu Backnang?

    Es gibt keine Beziehung zu Backnang selbst, nur zu bestimmten Menschen, die dort in der Gegend leben, und die ich schätze.


    Gibt’s noch alte Freundschaften im Rems-Murr-Kreis?

    Nein, eher Bekanntschaften. Freundschaften muss man pflegen, aber dazu fehlt mir als viel beschäftigtem Musiker einfach die Zeit. Die wenige freie Zeit verbringe ich dann natürlich mit meiner eigenen Familie. Ich bin aber immer wieder überrascht und hoch erfreut, wenn ich bei unseren Konzerten in der Region Menschen treffe, die ich unter Umständen 10 oder 20 Jahre nicht gesehen habe. Die Musik als verbindendes Element zwischen den Menschen ist etwas Wunderbares.

     

    Wie kommt ein kritischer Geist mit Ausdrücken wie Murr-Metropole – damit ist Backnang gemeint – klar?

    Gar nicht, denn das sind doch (mit Verlaub) eher Schlagworte aus dem Bereich der Werbung. Sie entspringen meiner Einschätzung nach meistens nur dem Wunsch einiger weniger Lokalpolitiker, auch „mit den großen Hunden pinkeln“ zu wollen, anstatt das Individuelle und Typische einer Gegend zu betonen und sie damit unverwechselbar zu machen.


    Welcher musikalischen Herausforderung würde sich ein Paul Vincent noch gerne stellen?

    Ich habe mich gerade einer solchen Herausforderung gestellt und eine neue Box mit 4 CDs und über 70 (!) neuen Songs fertig gestellt. Dieses Magnum Opus heißt „LOVE“, wird im Februar 2015 erscheinen und sicherlich manchen Musik-Fan überraschen, denn dort wird der geneigte Hörer so manches entdecken können, was er bislang von mir noch nicht gehört hat.  (Interview: Jürgen Klein)

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    Kommentare: 20
    • #1

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